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Akupunktur

Die Reizung von Akupunkturpunkten ist wahrscheinlich die älteste Heilmethode der Welt. Durch Einstiche mit Nadeln an bestimmten Punkten der Haut können Störungen im Körper beseitigt oder gelindert werden.

Akupunkturpunkte liegen auf der Körperoberfläche an definierten Punkten.

Diese Akupunkturpunkte liegen alle auf Leitlinien, die als Meridiane bezeichnet werden. In ihnen kreist nach altchinesischer Auffassung die Lebensenergie mit ihren Anteilen YIN und YANG. Diese beiden lebenserhaltenden Energien sind im Körper gleichzeitig, jedoch als Gegenpole, wirksam. Ihr völliges Gleichgewicht im Organismus stellt den idealen Gesundheitszustand dar. Ein Ungleichgewicht führt auf Dauer zu Erkrankungen.

Arthrose

Verschleißbedingte Erkrankung des Gelenkes. Der Verschleiss eines Gelenkes kann verschiedene Ursachen haben. Häufig beginnt er mit einer Schädigung des Gelenkknorpels. Weitere ursächliche Faktoren sind

Grundsätzliche kann beim Menschen jedes seiner ca. 100 Gelenke eine Arthrose entwickeln. Auf Grund der hohen mechanischen Belastung stehen die Arthrosen der unteren Extremitäten ( Knie- und Hüftgelenk) hinsichtlich Ihrer medizinischen Bedeutung im Vordergrund, wenngleich selbstverständlich alle anderen arthrotischen Veränderungen zum Teil mit massiven Einschränkungen und Schmerzen einhergehen können.
So besitzt die Wirbelsäule eine Vielzahl von Gelenken, die von Verschleißerscheinungen befallen werden können. Individuell sehr unterschiedlich werden hierdurch Schmerzen durch die Arthrose selbst als auch Engstellen im Spinalkanal hervorgerufen, was die typische Schaufensterkrankheit (Claudicatio spinalis) auslösen kann.

An den oberen Extremitäten sind insbesondere Arthrosen der Schulter, der Daumensattelgelenke (Rhizarthrose), des Handgelenkes und der Fingergelenke (Heberden-, Bouchardarthrose) von Bedeutung.

Für eine regelrechte Gelenkfunktion ist eine gute Gelenkform (Kongruenz), eine gute passive Stabilisierung (Bänder), eine korrekte aktive Stabilisierung (Muskulatur) und ein guter Gelenkknorpel wesentlich. Der Knorpel sorgt für die Gleitfähigkeit des Gelenks unter möglichst idealen Bedingungen hinsichtlich Druckverteilung, Gleitfähigkeit und Abrieb.
Er ist nicht durchblutet und zu seiner Ernährung somit diffusionsabhängig. Dies bedeutet, dass er zu seiner Ernährung auf Bewegung angewiesen ist.
Ruhigstellungen der Gelenke führen zu einer Verschlechterung der Knorpelernährung.

Das Gelenk bildet die Gelenkschmiere, die s.g. Synovia.
Ist die Arthrose in Gang gesetzt, entstehen auf der Basis von Abrieb Entzündungsprozesse, die zu Schmerzen und Gelenkergüssen führen können. Durch die Bildung von Flüssigkeit im Gelenk  verschlechtern sich die Gleiteigenschaften, was wiederum die Arthroseentwicklung fördert.
Die unter dem Knorpel liegenden Knochenbereiche erfahren im Verlauf der Arthroseentwicklung Veränderungen, sodass hier Verhärtungen (Sklerosierung) und Zysten entstehen können. Häufig werden um das Gelenk herum Randwülste (Osteophyten) gebildet, die die Beweglichkeit des Gelenkes erheblich beeinträchtigen können.

Ein typisches Anfangssymptom der Arthrose ist der Anlaufschmerz und die Morgensteifigkeit. Eine Wetterfühligkeit und die Unverträglichkeit von Nässe und Kälte ist häufig.
Schwellungen der Gelenke treten abhängig vom Entzündungsgrad auf. Ein Gelenkerguss kann zu erheblichen Beeinträchtigung der Beweglichkeit führen.
Der Anbau von Knochenwülsten führt im Spätstadium zur zunehmenden Gelenksteife.

Therapieprinzipien:

Regulierung des Entzündungsvorgangs und der Schmerzen durch Medikamente und Physikalische Therapie, Akupunktur.
Verbesserung der muskulären Gelenkführung, -stabilität ( Krankengymnastik ).
Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit ( Manualtherapie )
Punktion eines Gelenkergusses, Kortisoninjekton
Gewichtsabnahme.
Viskosupplementation ( Injektion von Hyaluronsäurepräparaten )
Einnahme von Chondroprotektiva ( Knorpelschutzpräparate )
Bewegungstherapie, Regulierung der täglichen Bewegung und Sportaktivitäten.

Ballonkyphoplastie

Aufrichtung eines Wirbelkörperbruchs durch einen Ballon, der über einen dünnen Arbeitskanal in den Wirbel eingesetzt wird. Hierdurch wird der Bruch zum Teil wieder in seine alte Position gebracht. Der dadurch entstehende Hohlraum mit mit Spezialknochenzement aufgefüllt. In speziellen Situationen kann auch ein Zement verwendet werden, der nach und nach in körpereigenen Knochen umgewandelt wird.

Bandscheibe

Druckelastische Scheibe zwischen zwei Wirbelkörpern, die aus einem Faserring mit gegenläufig gerichteten Fasern und einem Weichen galertartigen Kern mit wasserbindenden Eigenschaften besteht. Häufig sind Wirbelgelenkblockierungen an Wirbelgelenken und Kreuzdarmbeingelenken.

Bandscheibenprothese

Künstlicher Ersatz der Bandscheibe. Die erkrankte Bandscheibe wird von vorne durch ein Implantat ersetzt.

Chirotherapie

Manuelle Therapie, bei der durch spezielle Grifftechniken, Impulstechniken, Muskelenergietechniken u.a. reversible Funktionsstörungen des Bewegungsaparates wiederhergestellt werden. Hierzu ist eine spezielle Ausbildung erforderlich.

DXA

Am meisten verbreitete Knochendichtemessung, auf der die derzeitig gültigen Therapieleitlinien basieren. Es werden die Knochendichte an der LWS und oder Schenkelhals gemessen.

Endoprothese

Künstlicher Gelenkersatz, bei dem ein Teil oder das ganze Gelenk meist aufgrund von Verschleißerscheinungen ersetzt wird. Die häufigsten künstlichen Gelenke werden an Hüfte und Knie eingesetzt. Es folgen Schulter und Sprunggelenk an den Extremitäten.
Auch an der Wirbelsäule sind mittlerweile Endoprothesen zum Ersatz der Bandscheibe möglich und werden standardmäßig in geeigneten Fällen eingesetzt.

Facettendenervierung

Sind die Wirbelgelenke für die Schmerzentstehung verantwortlich, kann häufig eine Hochfrequenzbehandlung der schmerzleitenden Nervenfasern zu einer erheblichen und länger anhaltenden Schmerzlinderung führen.
Zuvor erfolgt eine Austestung bzgl. der Erfolgsaussichten und der zu behandelnden Höhen.
In örtlicher Betäubung wird unter Röntgen- oder CT-Kontrolle eine dünne Sonde in die Nähe der Schmerzfaser plaziert. Nach Teststimulation erfolgt die Behandlung. Hierbei wird das Gewebe um die Sonde herum erhitzt, wodurch die Schmerzweiterleitung des Nerven blockiert wird.

Facettengelenk

Die hinteren Wirbelgelenke der Wirbelsäule, die abhängig vom Wirbelsäulenabschnitt eine unterschiedliche Form haben. Sie können, wie andere Gelenke auch, Gelenkverschleiß entwickeln.

Frauenknie

Knieendoprothese, die auf die speziellen Verhältnisse des weiblichen Kniegelenkes ausgerichtet ist.

Hüftgelenksarthrose - Koxarthrose

Arthrose des Hüftgelenkes auf Grund von Vorerkrankungen wie Hüftkopfnekrose, Morbus Perthes, Dysplasie (Fehlbildung) etc. oder primär ohne fassbare Ursache.

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit (Synovia) und dient als Schmiermittel.
Bei Gelenkverschleiß/Arthrose kommt es zu einer Veränderung der Gelenkflüssigkeit, die Viskosität sinkt, der Hyaluronsäureanteil nimmt ab.

Synthetisch hergestellte Hyaluronsäurepräparate werden in die betroffenen Gelenke injiziert.
Zwischen drei und fünf Hyaluronsäureinjektionen erfolgen in wöchentlichen Abständen,
mehrere betroffene Gelenke können gleichzeitig behandelt werden.
Gelegentlich muss ein stark entzündetes Gelenk vor der Behandlung mit einer Kortisoninjektion „beruhigt“ werden.
Eine Behandlungsserie kann wiederholt werden.
Die Behandlungskosten werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, bei privaten Krankenversicherungen können werden die Kosten normalerweise erstattet.

Igel - lndividuelle Gesundheitsleistungen

sind Leistungen, die über das vom Gesetzgeber definierte Maß einer ausreichenden und notwendigen Patientenversorgung hinausgehen und deshalb nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Kappenprothese

Spezialprothese Metall-Metall mit Substanz erhaltender Implantation

Knieendoprothese

Gelenkersatz des Kniegelenks, bei dem entweder ein Teil oder das ganze Gelenk ersetzt wird. Totalendoprothese, Schlittenprothese.

Konservative Therapie

Sammelbergriff für alle Behandlungsformen, die nicht operativ sind: z.B. Krankengymnastik, Medikamente, Injektionen.

Kurzschaftprothese

Knochenerhaltender Hüftprothesenschaft für den Patienten mit guter Knochenstruktur.

Kyphoplastie, s. Ballonkyphoplastie

Minimalinvasives Verfahren, bei dem unter örtlicher Betäubung Ballons in den gebrochenen Wirbelkörper über dünne Röhrchen eingeführt werden. Diese werden mit Kontrastmittel gefüllt, wodurch sich der eingebrochene Wirbel wieder aufrichten lässt. Der hierdurch entstehende Hohlraum wird mit einem Spezialknochenzement aufgefüllt. Nach Aushärtung ist der Wirbel 15 Minuten später stabil.

Laminoplastik

Spezialverfahren zur Erweiterung des Spinalkanals in mehreren Etagen, das inbesondere bei Einengung an der Halswirbelsäule Anwendung findet. Türflügelartig wird die Abdeckung (Lamina) des Rückenmarks einseitig oder beidseitig aufgeklappt und und mit speziellen Titanplättchen fixiert.

Minmalinvasiv

Operationsmethode, bei der möglichst wenig Gewebe verletzt wird, um den Heilungsverlauf möglichst zu beschleunigen und Nachteile durch die Operation zu minimieren. Beispiel in der Orthopädie ist die Kniegelenksarthroskopie, die heutzutage nicht mehr wegzudenken wäre. Mittlerweile sind auch viele Wirbelsäulenoperationen bis hin zur Versteifung von Wirbelsäulenabschnitten minimalinvasiv möglich. Auch im Bereich Endoprothetik von Hüft- und Kniegelenk gibt es schon gute Erfahrung bei gering- und minimalinvasiven Techniken. Ziel ist immer, nicht nur den Hautschnitt zu verkleinern, sondern auch die für die Funktion wichtigen Strukturen wie die Muskulatur zu schonen.

Myelographie

Kontrastmitteluntersuchung des Spinalkanals. Nach Einspritzung des Kontrastmittels werden Röntgenbilder mit Funktiondiagnostik zum Nachweis von Instabilitäten und meist eine Computertomographie durchgeführt.

Osteochondrose

Osteoporose

Mengenmäßige, über die geschlechts- und altersmäßige Norm hinausgehende Verminderung der Knochenmasse. Die Veränderungen sind nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ, da die Architektur des Knochens verändert wird und Querverbindungen fehlen. Der Knochen wir brüchiger. Im Extremfall kann er bei normaler Belastung und Alltagsbewegungen brechen (Spontanfraktur).

Physikalische Therapie

Oberbegriff für die Therapie mit physikalischen Faktoren.

Periradikuläre Therapie (PRT)

Einbringung von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten an Nervenwurzel meist unter Computertomographiekontrolle.

Periduralanästhesie (PDA)

Verfahren zur Schmerztherapie, bei der schmerzstillende und entzündungshemmende Substanzen in den s.g. Periduralraum injeziert werden.

Periduralinjektion (PDI)

An der Halswirbelsäule wird aus Sicherheitsgründen meist kein lokales Betäubungsmittel verwendet. Stattdessen findet physiologische Kochsalzlösung Anwendung.

Racz-Katheter

Einbringen eines Katheters zur Injektion verschiedener Substanzen, die lokal entzündungshemmende, Verwachsungen lösende oder schrumpfende Effekte hervorrufen sollen z.B. bei Bandscheibenvorfällen.

Spinalkanalstenose

Einengung von Rückenmark oder Nervenwurzeln auf der Basis angeborener und/oder erworbener Veränderungen. Es kommen knöcherne, bandscheibenbedingte  und kombinierte Engen vor. Die Stenose kann lokalisiert oder über mehrere Etagen ausgedehnt sein. Hauptsächlich sind die Lendenwirbelsäule, am häufigsten L4/5 und die Halswirbelsäule betroffen. 

Spondylodese

Versteifungsoperation von Wirbelsäulenabschnitten, bei der meist unter Zuhilfenahme von Implantaten Abschnitte der Wirbelsäule korrigiert und/oder versteift werden.
Die Schrauben und Stäbe bestehen aus speziellen Titanlegierungen und werden an der Lendenwirbelsäule meist von hinten eingesetzt. Die vordere Abstützung dient der Korrektur und hohen Primärstabilität und wird entweder ebenfalls von hinten oder in separater Operation von vorn durchgeführt.
Mittlerweile sind bei vielen Versteifungsoperationen minimalinvasive Vorgehensweisen möglich.

TENS

Transkutane elektrische Nervenstimulation. Elektromedizinische Reizstromtherapie zur Behandlung von Schmerzen.

Trabecular metal

Implantate aus einem Metallgitter (Tantal), die zur Überbrückung von Knochendefekten eingesetzt werden und aufgrund ihrer Materialeigenschaften dem natürlichen Geflechtknochen sehr ähnlich sind und sehr gut einwachsen.

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Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Dr. Jürgen Kaiser
Luisenstraße 14
69115 Heidelberg
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Tel.: 0 62 21 - 60 10 88